Vorsicht Dämmerung!

Herbst und Winter machen nachtblinden Autofahrern ganz schön zu schaffen. Eines gleich vorweg: wer glaubt, nachtblind zu sein, hat in den allermeisten Fällen eine unerkannte Sehschwäche wie Kurz oder Weitsichtigkeit. Diese macht sich bei Dunkelheit erst recht bemerkbar.

Eine entsprechende Sehhilfe kann hier schnelle Abhilfe schaffen. Neben der Nachtblindheit gibt es eine Nachtkurzsichtigkeit, auch Nachtmyopie genannt. Die Betroffenen haben Tagsüber eine 100 - prozentige Sehfähigkeit, die sich nachts um zirka 0,5 Dioptrien in Richtung Kurzsichtigkeit verschiebt. Eine Sehhilfe kann die Sehschwäche korrigieren.
Echte, völlige Nachtblindheit ist zum Glück selten. Die Betroffenen kommen bei Helligkeit einigermaßen zurecht. Sobald es allerdings dunkel wird, sind Nachtblinde völlig hilflos. Die Anpassung der Augen an das Sehen in der Dunkelheit ist bei diesen Personen gestört.

Der Fehler liegt dabei unter der Netzhaut unseres Auges. Sie enthält zwei Arten von Sinneszellen, darunter die sogenannten Stäbchen. Diese Zellen kommen besonders dann zum Einsatz, wenn wenig Licht da ist, eben in der Dämmerung und auch nachts.
Wer total Nachtblind ist, hat schwer geschädigte oder zu schwach ausgebildete Stäbchen. Tagsüber können die Betroffenen gut Sehen, in der Nacht ist das Sehvermögen stark eingeschränkt. 

Was steckt da hinter ?

Die Nachtblindheit ist keine eigenständige Krankheit. Sie tritt nur im Zusammenhang mit anderen Grunderkrankungen auf, zum Beispiel bei chronischer Hepatitis. Als erbliche Nachtblindheit findet man sie bei degenerativen Erkrankungen der Netzhaut. Am bekanntesten ist hier die so genannte Retinopathia pigmentosa.
Zu den ersten Symptomen gehören die Nachtblindheit, Störung der Helligkeitsanpassung und Blendung. Die Retinopathia pigmentosa liegt in einem Gendefekt, der sich nicht ursächlich behandeln lässt und in seinem Verlauf zur Erblindung führen kann.
Wer erblich vorbelastet ist, kann in jedem Lebensalter davon betroffen sein. Leider ist sie bis heute nicht wirksam zu behandeln, sagt Dr. Thomas Begall, Augenarzt aus Hamburg.

Gönnen Sie Ihren Augen viel Vitamin A, denn das ist zuständig für eine klare Sicht. In Pflanzen kommt es in einer Vorstufe, dem Beta-Carotin, vor.