Keratokonus

 

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Hornhaut ohne Keratokonus

Keratokonus - eine Definition
Die Übersetzung des zusammengesetzten griechischen Wortes Kerato-konus liefert bereits eine erste Definition: "Hornhaut-Kegel". Die beiden Bilder rechts zeigen im Schnitt ein normale Hornhaut und eine am Keratokonus erkrankte Hornhaut. Im unteren Bild ist eine leicht nach unten verschobene kegelförmige Vorwölbung der Hornhaut zu erkennen. Dabei ist die zentrale Schicht der Hornhaut, das Stroma, verdünnt.

Der Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung der Hornhaut, bei dem im Verlauf alle Schichten der Hornhaut betroffen sind. 

Er tritt ohne begleitende Anzeichen einer Entzündung auf und ist meist schmerzfrei.

Hornhaut mit Keratokonus

Das Zentrum und die Gestalt der Vorwölbung ist in jedem Einzelfall anders. Deshalb sind auch die ersten Anzeichen meist unterschiedlich. Oft werden als Folge des Keratokonus und der damit verbundenen verzerrten Abbildung durch die Hornhaut Effekte beschrieben, die zu Problemen bei starker visueller Beanspruchung führen: "Nebelsehen" durch Halos und andere Bildverzerrungen, Schwankungen der Sehschärfe, Schwankungen der Brillenglasstärke meist mit Veränderung des Astigmatismus und einer Entwicklung Richtung Kurzsichtigkeit, Doppelbilder beim Sehen mit nur einem Auge, erhöhte Licht- und Blendempfindlichkeit bei Trägern von formstabilen Kontaktlinsen: stark nachlassender Tragekomfort, Herausfallen der Kontaktlinsen. Die beiden rechts abgebildeten Testtafeln sollen einen Eindruck davon vermitteln, wie viele Menschen mit Keratokonus eine normale Sehschärfe-Prüftafel wahrnehmen. Es handelt sich um die "Ghosted Eye Chart",

Prüftafel ohne Keratokonus

Keratokonus - Ursachen, Verbreitung

Obwohl der Keratokonus bereits seit der Mitte des 19.Jahrhunderts wissenschaftlich erforscht wird, sind die genauen Ursachen immer noch nicht bekannt. Neben der These, dass Keratokonus ein Symptom einer noch nicht bekannten Allgemeinkrankheit sein könnte, werden viele verschiedene Ursachen diskutiert:
- Stress/psychische Krisen
- genetische Faktoren
- große hormonelle Veränderungen
- Einflüsse aus unserer Umwelt
- endokrinologische Störungen
- Pilzinfektion

Die Vorwölbung der Hornhaut ist das erste messbare Zeichen des Keratokonus. Dank der Entwicklung von Messgeräten, welche die Form der Hornhaut in einem großen Bereich erfassen können, kann Keratokonus heute deutlich eher diagnostiziert werden als noch vor 10 Jahren. Neuere Studien gehen deshalb davon aus, dass zwischen 0,1% und 1,0% der Bevölkerung von Keratokonus betroffen sind. Die ersten Anzeichen treten dabei oft schon während der Pubertät auf.

Prüftafel mit Keratokonus

Keratokonus - Therapie, Korrektur

Obwohl der Keratokonus schon so lange bekannt ist, gibt es bis jetzt noch keine wissenschaftlich anerkannte Therapie. Zur Zeit laufen jedoch verschiedene Studien zu Verfahren, welche das Gewebe der Hornhaut wieder stärken, beziehungsweise die Ursprungsform der Hornhaut wieder herstellen wollen. Neue Behandlungsmethoden, wie das UV- Crosslinking bieten Keratokonus Patienten eine Möglichkeit der mechanischen Stabilisierung von Gewebe. Eine spezielle Keratokonus Kontaktlinse ist für den Keratokonus Patienten jedoch unerlässlich. Wir passen jede Linse individuell an, so dass Sie auch im hohen Alter mit dem Keratokonus und unseren Kontaktlinsen sorgenfrei leben können.

Aktuell gibt es aber verschiedene Möglichkeiten der Korrektur, die je nach Stadium des Keratokonus eingesetzt werden:
- Im Anfangsstadium ist oft gar keine spezielle Korrektur erforderlich - eventuell kann eine Brille zur Korrektur der Abbildungsfehler angepasst werden.

- Mit dem Fortschreiten des Keratokonus wird irgendwann der Zeitpunkt erreicht, bei dem mit der Brille keine ausreichende Sehleistung mehr erreicht werden kann oder die Brillenglasstärken zu stark schwanken. Dann sollte eine formstabile Kontaktlinse angepasst werden.

- Die letzte Möglichkeit der Korrektur ist die Transplantation einer neuen Hornhaut, welche das betroffene Hornhautgewebe ersetzt. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite "Transplantation?". Keratokonus - Kontaktlinsen

Die Korrektion des Keratokonus mit Kontaktlinsen stellt an den Anpasser höchste Ansprüche. Aus einer Vielzahl verschiedener spezieller Geometrien muss der Anpasser diejenige auswählen, welche für Ihren Keratokonus optimal ist. Deshalb sollte die Versorgung des Keratokonus nur durch Anpasser mit einiger Erfahrung in diesem Bereich durchgeführt werden. Empfehlenswert sind aus diesem Grund Institute, die sich auf die Anpassung von Kontaktlinsen spezialisiert haben - zum Beispiel die Institute des Interlens e.V., bei dem unser Institut ein aktives Mitglied ist.

Die formstabile Kontaktlinse gleicht die unregelmäßige Oberfläche der Hornhaut aus. Die regelmäßige Vorderfläche der formstabilen Kontaktlinse sorgt wieder für einen deutlichen Anstieg der Sehleistung. Dabei ermittelt unser Anpass-Team gemeinsam mit Ihnen das beste Gleichgewicht zwischen:

- einer guten Sehleistung

- geringer physiologischer Belastung durch optimale Sauerstoffversorgung der Hornhaut und gleichmäßige Auflage der Kontaktlinse

- optimalem Tagekomfort, der es Ihnen ermöglicht die Kontaktlinsen möglichst lange täglich stressfrei zu tragen

Während der Anpassung und auch danach sollten Sitz und Stärke der Kontaktlinsen ständig optimiert werden. Auch eine regelmäßige Kontrolle der Augen durch einen Augenarzt ist empfehlenswert.